05.07.2022 • Einmal im Jahr stehen für ein paar Tage Pferde im Mittelpunkt meiner fotografischen Arbeit: CHIO in Aachen, das „Weltfest des Pferdesports“, so die Eigenbezeichnung. Beim Nationenpreis am Donnerstagabend und dem Großen Preis von Aachen am Sonntagnachmittag war das 40.000 Zuschauer fassende Reitstadion ziemlich ausverkauft.

2020 war der CHIO coronabedingt ausgefallen, im September 2021 wurde das letztjährige Turnier unter strengen und nicht immer logischen Corona-Regeln nachgeholt. Jetzt, 2022, ging der CHIO wieder wie früher über die Bühne: Volles Programm, volle Tribünen, volle Ladengeschäfte und Stände, volle Anzahl an Journalisten und Fotografinnen. So war auch das Pressezentrum während der wichtigen Wettkämpfe wieder gut ausgelastet. In Innenräumen bin ich weiterhin vorsichtig, so gehörte ich zu den drei oder vier Kollegen, die im Presseraum eine Maske trugen.

Es waren arbeitsreiche und abwechslungsreiche zwei Wochen. Zuerst war ich ein paar Tage auf der Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung ILA in Berlin. Präziser in Brandenburg, denn das Messegelände Berlin-ExpoCenter-Airport liegt im Schönefelder Ortsteil Selchow, direkt an der Südbahn des Flughafens Berlin Brandenburg BER. Passenderweise hat der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) die Deutschen Meisterschaften 2022 ebenfalls nach Berlin vergeben. So konnte ich ILA und DM elegant miteinander verbinden. Ich hatte mit der Vergabe aber nix zu tun, wirklich nicht ... 😁

Zwei Tage Berliner Olympiastadion, und am Freitag davor das Kugelstoßen der Männer auf dem Pariser Platz, direkt am Brandenburger Tor. Theoretisch hatte ich einen Parkschein für einen Parkplatz direkt am Olympiastadion. Theoretisch. Die Praxis sah wieder einmal, wie schon 2019, ein wenig anders aus. Die Leichtathletik-DM war Bestandteil der Finals in Berlin, bei denen in 14 Sportarten die nationalen Meister ermittelt wurden. Unter anderem auch im Triathlon. Und die Radstrecke der Triathleten lag an beiden Wettkampftagen zwischen mir und meinem Parkplatz. Um auf meinen Parkplatz zu gelangen, hätte ich mindestens drei Absperrungen durchbrechen müssen. Zwar hieß es im Vorfeld, dass man am Vormittag immer mal wieder auf den Parkplatz gelangen könnte, doch das war Unfug. Komplett gesperrt. Der Parkplatz war völlig leer und an diesem Wochenende nie zur Nutzung vorgesehen. Also mit der schweren Ausrüstung durch die Gegend rennen ... das muss echt nicht sein ... ☹️

Da lobe ich mir doch den CHIO. Parkplatz vor der Tür, lecker Essen. Nach der Leichtathletik in Berlin gab es einen nahtlosen Übergang zum Pferdesport in der Aachener Soers. Fünf Tage war ich bei den Vierbeinern im Einsatz, vor allem beim Springreiten. Gleich am ersten Abend wurde es ein wenig stressig. Als bei der Redaktionsbesprechung die Frage im Raum stand, wer von den Fotografen am Abend die Bilder von der Eröffnungsfeier aktuell für die Titelseiten von Aachener Nachrichten und Aachener Zeitung liefern wolle, zuckte dummerweise mein Arm. Um 20:00 Uhr sollte die Eröffnungsfeier losgehen, um 20:15 bis 20:20 Uhr zwei Motive in der Redaktion vorliegen. Um 20:30 Uhr mussten die Seiten für den Druck freigegeben werden. 15 Minuten – kein Problem. Bin ja fix.

Dann gab es aber zunächst eine Preisverleihung und die eigentliche Eröffnungsfeier begann erst um 20:15 Uhr. Problem erkannt? Nun gut, um 20:23 Uhr waren zwei Bilder in der Redaktion. Hat gepasst.

Zeitlich war es danach entspannter. Bei den Abendspringen unter Flutlicht am Mittwoch und Donnerstag liefen die Berichte nicht mehr in den Printausgaben der Zeitungen mit, sondern ausschließlich digital auf der Homepage oder im E-Paper. Da kommt es nicht auf die Minute an. Schlusspunkt war der Große Preis von Aachen am Sonntagnachmittag vor vollem Haus. Ich gebe zu, der zuschauer-reduzierte CHIO vom vergangenen Jahr war für unsere Arbeit durchaus angenehm. Viel Platz, freie Wege.

Überraschender Sieger des Großen Preises war Gerrit Nieberg auf „Ben 431“. Voll konzentriert absolvierte er den Parcours (siehe obiges Bild) in zwei Umläufen und einem Stechen. Alles fehlerfrei. Danach hatte er 500.000 € mehr auf dem Konto.

CHIO steht übrigens für Concours Hippique International Officiel. Ja, ich habe nachgeguckt ... 😁